Hintergrundinformation

 

Wer erfand die Familienpatenschaften ?

Die ersten Familienpatenschaften in Europa wurden in England organisiert. Frau Margaret Harrison aus Leicester fing 1973 mit einer Privatinitiative an unter dem Namen ‚Home-Start’. Sie hatte bereits Erfahrung mit der Organisation von ehrenamtlichen Kinderpatenschaften. Das Projekt schlug so gut ein, dass sich in den folgenden 35 Jahren 330 lokale Vermittlungsstellen im ganzen Land etablierten. Die Familien, die Hilfe suchen, werden den Vermittlungsstellen meistens von den lokalen Sozialämtern gemeldet.

In Deutschland ist die Zahl der Vermittlungen für Familienpatenschaften erst in den letzten 10 Jahren stark gewachsen. In jüngster Zeit haben sich sogar Landessozialministerien in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt an der Finanzierung der Vorbereitungskurse beteiligt.

Warum sind Familienpatenschaften so wichtig?

Familienpatinnen wissen, dass ein Kind in seinen ersten Lebensjahren von seiner Umgebung und elterlichen Behandlung mehr geprägt wird als in allen späteren Jahren zusammen. Je sorgenfreier die Eltern in diesen entscheidenden ersten Jahren sind, umso mehr besteht Aussicht, dass die Kinder später ein glückliches und ausgeglichenes Leben führen werden.

Wie ein Vorbereitungskurs abläuft

Folgendes Link zur Website des Sozialministeriums von Niedersachsen gibt ausführlich Auskunft:
http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C48421478_L20.pdf

Fallbeispiele

Eine junge Mutter aus England erzählt: “ Meine Betreuerin bot mir an, eine ehrenamtliche Familienpatin für mich zu besorgen. Ich hatte erst viel Angst, weil ich dachte, diese Dame wird sehr kritisch und streng sein und mir allerhand Vorwürfe machen. Damit lag ich völlig falsch. Als Mollie zum ersten Mal erschien, merkte ich gleich, dass sie ganz anders war. Sie ist lustig, verständnisvoll und sehr optimistisch. Durch ihre eigenen Probleme in der Vergangenheit hat sie gelernt, dass sie nichts mehr umschmeißen kann. Sie ist ein ganz tolles Vorbild für mich“
Beispiele aus Niedersachsen finden Sie in folgender Broschüre des niedersächsischen Sozialministeriums: http://www.efbsalzgitter.de/downloads/broschuere-erziehungslotsen.pdf

Was sind Aktivpatenschaften?

Familienpatenschaften ist eine der vier Kategorien von Aktivpatenschaften. Allen ist gemeinsam, dass eine ehrenamtliche Person ein Kind oder einen Jugendlichen oder eine kleine Gruppe von Kindern regelmäßig einige Stunden pro Woche mit einem bestimmten Ziel betreut. Bei Kinderpatenschaften (Leihomas und –Opas und Aktiv-Patentanten und –Onkels) ist das Ziel sehr langfristig und umfassend. Es geht um eine positive Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, das mit wenig Familie aufwächst und von einer zusätzlichen vertrauenswürdigen Bezugsperson profitieren kann. Bei den Lernpatenschaften geht es um Hausaufgaben- und Lesehilfe, bei den Jobpatenschaften um die Begleitung eines Hauptschülers in den letzten Klassen, damit er/sie den Abschluss schafft und anschließend mit Hilfe des Jobpaten einen Job oder eine Lehrstelle.

Die Grenzen zwischen den vier Kategorien sind nicht immer eindeutig. Manchmal ist eine Leihoma auch hin und wieder Familienpatin. Umgekehrt ist eine Familienpatin auch bereit, mal auf die Kinder aufzupassen, oder mit ihnen etwas zu unternehmen. Ein Lernpate kann sich auch um ältere Hauptschüler kümmern, begleitet sie aber nicht nach dem Schulabschluss bei der Jobsuche.

Nicht in der Theorie sondern in der Praxis sind diese vier Kategorien entstanden. Sie werden in unserer Datenbank verwendet, um Interessierten einen möglichst weiten Überblick zu verschaffen, welche Möglichkeiten es in ihrer Gegend für neue Aktivpaten gibt. .

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